Online-Edition des Herba­riums Carl Hauss­knechts


Das Projekt setzt die Virtu­elle Forschungs­um­ge­bung FuD ein, um die Tage­bü­cher und diverse andere Mate­ria­lien des Natur­for­schers Carl Hauss­knecht syste­ma­tisch zu erfassen und für eine online-Publi­ka­tion aufzu­be­reiten.

Projekt­be­schrei­bung

Das inter­na­tional bedeu­tende Herba­rium Hauss­knecht, von dem Thüringer Bota­niker Carl Hauss­knecht (1838–1903) am 18. Oktober 1896 in Weimar gegründet und heute an der Fried­rich-Schiller-Univer­sität Jena befind­lich, bewahrt unter seinen 3,5 Millionen Pflan­zen­be­legen auch tausende Exem­plare, die Hauss­knecht von seinen Reisen im Osma­ni­schen Reich und in Persien (1865 und 1866–1869) mitge­bracht hatte. Einen Kontext für diesen Bestand, der weit über die bishe­rigen Kennt­nisse hinaus­geht, liefern seine Reise­ta­ge­bü­cher, die in 15 eng in Kurr­ent­schrift beschrie­benen Oktav­heften mit insge­samt 988 Seiten vorliegen. Die bisher nur punk­tu­ellen und exem­pla­ri­schen Sich­tungen und Auswer­tungen belegen bereits, dass die Infor­ma­tionen in den Tage­bü­chern, die über die reine Botanik hinaus ein weites Spek­trum an Diszi­plinen wie Geologie, Geografie, Karto­grafie, Zoologie, Landes­kunde, Sozial- und Kultur­ge­schichte u. a. bedienen, für die kontex­tu­elle Inter­pre­ta­tion des bota­ni­schen Mate­rials von Bedeu­tung sind. Unter Einbe­zie­hung der von Hauss­knecht gesam­melten Pflan­zen­be­lege sowie auch einer Viel­zahl weiterer Archiv­ma­te­ria­lien, darunter ein Stamm­buch und Carte de visite-Foto­gra­fien, ermög­licht die kommen­tierte kriti­sche Edition der Tage­bü­cher die Kontex­tua­li­sie­rung der Grün­dungs­samm­lung des Herba­riums sowie die natio­nale und inter­na­tio­nale Würdi­gung der Persön­lich­keit Hauss­knechts und seines Beitrags zur syste­ma­ti­schen Botanik wie zur Entwick­lung der Orient­bo­tanik. Sie liefert außerdem einen wich­tigen Beitrag zur Wissenschafts‑, Kultur- und Rezep­ti­ons­ge­schichte der bereisten Regionen in der 2. Hälfte des 19. Jahr­hun­derts. Die digi­tale Edition, deren Umset­zung in Koope­ra­tion mit der Thüringer Univer­si­täts- und Landes­bi­blio­thek Jena (ThULB) erfolgt, bietet eine virtu­elle Verknüp­fung von Einträgen in den Reise­ta­ge­bü­chern mit Samm­lungs­ob­jekten sowie Archiv- und Biblio­theks­ma­te­ria­lien. Das zuge­hö­rige geore­fe­ren­zierte Karten­ma­te­rial ermög­licht die konkrete Veror­tung der Herbar­be­lege und die Rekon­struk­tion der Reise­routen, die nicht den dama­ligen Haupt­rei­se­routen entsprachen.Das inter­dis­zi­pli­näre Team aus Bota­ni­kern des Herba­riums und Orien­ta­listen mit spezi­eller Kenntnis des Osma­ni­schen Reiches und Persiens im 19. Jahr­hun­dert sowie zahl­reiche Koope­ra­ti­ons­partner weiterer Diszi­plinen leisten die Iden­ti­fi­zie­rung und kriti­sche Kommen­tie­rung von Pflan­zen­namen, geogra­fi­schen Bezeich­nungen, Personen und lokalen Ereig­nissen und Gege­ben­heiten mit sehr hoher wissen­schafts- und kultur­ge­schicht­li­cher Rele­vanz.

  • Leitung:
    Prof. Dr. Frank Hellwig , Dr. Hanne Schönig , Prof. Dr. Christoph Udo Werner
  • Förderer:
    DFG
  • Projektlaufzeit:
    seit 2017
  • Projektstatus:
    laufend
Top