KI als Hermeneutisches Tool für die Geschichtswissenschaft? Eine Hands-On Einführung in Retrieval-Augmented Generation (RAG)
| Termin | 10. Oktober 2025 |
| Vortragende | Prof. Torsten Hiltmann und Noah Baumann (Humboldt-Universität zu Berlin) |
| Ort | Online (Zoom) |
| Webseite | https://4memory.de/aktivitaeten/veranstaltungsreihen/von-buechern-zu-bytes/ |
Large Language Models (LLMs) revolutionieren auch die geschichtswissenschaftliche Arbeit, bringen aber für Historiker:innen erhebliche Probleme mit sich: Halluzinationen, fehlende Quellenangaben und unerkennbare Biases machen sie für quellenkritische Arbeit oft ungeeignet. Retrieval-Augmented Generation (RAG) bietet eine Lösung, indem LLMs mit spezifischen, überprüfbaren Quellen verknüpft werden.
Wir stellen ein methodisch-informiertes RAG-System vor, das für geschichtswissenschaftliche Anforderungen entwickelt wurde. Am Beispiel des digitalisierten SPIEGEL-Archivs (für die Jahre 1949–1979) demonstrieren wir, wie sich komplexe historische Fragen systematisch bearbeiten lassen. Das System ermöglicht dabei die Erschließung von Quellen, die durch regelbasierte Datenbanksuchen übersehen würden, und bietet eine Skalierbarkeit der Analyse, die mit traditionellen Methoden nicht erreichbar wäre.
Im Hands-On-Teil erarbeiten Teilnehmende in Gruppen konkrete Forschungsfragen. Dabei entwickeln sie ein Verständnis für die vielfältigen Entscheidungsprozesse beim Einsatz von RAG-Systemen, von der Quellenauswahl über Evaluationskriterien bis zur Interpretation der Ergebnisse, und lernen, welche Auswirkungen diese Entscheidungen auf die historische Analyse haben. Die Session vermittelt sowohl die Möglichkeiten als auch die Grenzen von RAG-Systemen und zeigt, wie KI-Tools als hermeneutische Instrumente die Geschichtsforschung erweitern können, ohne deren kritische Grundprinzipien zu kompromittieren.
Keine technischen Vorkenntnisse erforderlich.
Einwahldaten:
Presentation room Meeting-ID: 691 4856 0192 Kenncode: M0gcpwTh
Weitere Informationen zur Veranstaltungsreihe finden Sie hier.
Die Universität Trier ist Co-Applicant und Participant im NFDI-Konsortium 4Memory. Die Veranstaltungsreihe wird organisiert von der Task Area „Data Literacy“, die von Ursula Lehmkuhl (Universität Trier, Geschichte), Marina Lemaire (Universität Trier, Servicezentrum eScience) und Stefan Schmunk (Hochschule Darmstadt) geleitet wird.


